Mobilisierung – 3. Oktober 2008

3. Oktober 2008 – Gegenaktionen

In diesem Jahr werden in Hamburg die diesjährigen bundesdeutschen
Einheitsfeierlichkeiten stattfinden. Dagegen hat sich in Hamburg ein
breites Bündnis formiert, das für den 3. Oktober eine Demonstration und
einen „Plan B“ organisiert. Weiterhin wird in Hamburg ein Kongress zum
Thema stattfinden.
Wie auch im letzten Jahr wird es in Berlin wieder den „legendären“ „NO
NATION JAM“ geben. Für Menschen die eine weite Reise nach Hmaburg auf sich
nehmen müssen bieten wir darum Berlin als Zwischenstopp an. Bei Bedarf
gibt’s auch Pennplätze!Mit dem „NO NATION JAM“ wollen wir die Berliner
Mobilisierung nach Hamburg unter dem Motto „Deutschland – Kannste
knicken!“ nach bestem Gewissen unterstützen.

Wir hoffen ihr seid dabei und verliert nicht den Spass an der Sache.
Action & Party – Allet gegen Deutschland! Für die soziale Revolution!

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Naziübergriff auf Hanse-Sail

In der Nacht von Samstag zu Sonntag griff eine Gruppe von etwa 15 zivil gekleideten Nazis eine Gruppe von 5 Jugendlichen an. Unter den Angreifern war auch David Petereit, der Wahlkreismitarbeiter des NPD-Landtagsabgeordneten Lüssow ist. Dies zeigt wieder einmal die starken Verstrickungen der NPD mit der gewaltbereiten rechtsextremen Szene.

Hier noch ein Bild von Petereit bei der Eröffnung des Naziladens:

Spontandemonstration nach Nazi-Überfall

„So eine Demonstation haben die hier wohl noch nie gesehen!“
120 Junge Menschen demonstrieten am Samstagnachmittag in der Kleinstadt Malchin, nachdem am Abend zuvor mehrere Jungendliche von Rechten angegriffen und zum Teil so schwer verletzt wurden, dass diese im örtlichen Krankenhaus behandelt werden mussten.

Um den Bürger_Innen zu zeigen, dass es auch in ihrer ach so schönen Kleinstadt rechte Gewalttaten gibt, machte sich die Demo auf den Weg durch die Innenstadt, wo mit vielen Sprechchören und guter Musik auf das Problem hingewiesen wurde. Es ging an den Häusern der mutmaszlichen Täter des Vorabends vorbei und am örtlichen Krankenhaus, wo das Opfer der Gewalttat liegt. Vor dem Krankenhaus wurde der Genosse von allen begrüszt und ihm wurde somit gezeigt, dass er nicht allein ist.

Nachdem eine kleine Kundgebung auf dem Marktplatz stattfand, begaben sich die Antifaschist_Innen und Symphatisant_Innen zurück zum Bahnhof um zum „Ajuca“ zu fahren. Dort warteten schon 5-7 Neonazis auf den Demozug. Nach einigen Pöbeleien entfernten diese sich schnell mit ihren Autos, wobei sie einige Teilnehmer_Innen der Demonstration mit ihren PKW’s anfahren wollten. Der Mob fakelte nicht lange und beschädigte eines dieser Fahrezuge mit Fusztritten.
Ein Genosse wurde dabei festgenommen und gegen ihn wurde Strafanzeige gestellt. Nachdem er durch die Polizei wieder freigelassen wurde, machten sich die Teilnehmer_Innen der Demonstration wieder auf den Weg zum „Alternativen Jugendcamp“.

Es gibt kein ruhiges Hinterland!
Nazis aus den Provinzen und überall den Arsch versohlen!

Demo
Bild von Indymedia -> weiterer Bericht

Kontinent Europa Stiftung

Am 7. und 8. August trifft sich die „Kontinent Europa Stiftung“ in einem Schweriner Hotel. Die Mitglieder folgen damit einer Einladung der Schweriner NPD-Fraktion, deren Pressesprecher Andreas Moldau im Vorstand der Stiftung vertreten ist.
Die Stiftung „Kontinent Europa“ vereint verschiedene rechte Intellektuelle, die sich für eine Stärkung Europas einsetzen wollen. Die Vorstelung der Gruppe ist geprägt von Begriff der „europäischen Völker“, die laut des von der Stiftung verfasstene Manifests klar voneinander zu unterscheiden sind. Da sie durch ihren gemeinsamen „europäischen Typus“ verbunden sind, sollen die „Völker“ zusammenarbeiten um Europa gegen den Rest der Welt zu stärken. Im Zeitalter der Globalisierung muss Europa seine Identität, die durch Masseneinwanderungen aus anderen Kulturkreisen und durch die böse hegemonische USA bedroht wird, wahren. Ein weiteres Anliegen der Gruppe ist es die konventielle Familie wieder als Standard des Zusammenlebens zu etablieren.
Die Gruppe setzt dem Konstrukt der Nationen also noch einen ideelen Überbau durch die europäische Gemeinschaft, die es nach auszen zu verteidigen gilt. Diese im Europamanifets festgehaltene Idee soll mit allen Mitteln verbreitet werden.

Gegen das Konstrukt von Staat und Rasse…

7 Years after…

7 Jahre nach dem G8-Gipfel in Genua sind 15 Polizei- und Gefängnisbeamte zu Haftstrafen zwischen 5 Monaten und 5 Jahren verurteilt worden. In Genua kam es zu schweren Übergriffen auf Demonstranten, die im Tod von Carlo Giuliani gipfelten.
In dem seit Oktober 2005 laufenden Prozess ging es um Amtsmissbrauch, Gewalt und Misshandlungen von Globalisierungsgegnern im Gefängnis Bolzaneto. Die höchste Strafe von fünf Jahren Haft erhielt der für die Sicherheit in dem Gefängnis verantwortliche Beamte Antonio Biagio Gugliotta. 30 weitere Beamte wurden freigesprochen.
Es ist aber davon auszugehen, dass keiner der Verurteilten tatsächlich ins Gefängnis muss, da die italienische Regierung die Verjährungsfristen für die meisten Straftaten verkürzt hat.

19.07.08 Neonazidemo in Güstrow/ MV

Für Samstag, den 19.07.08 wird auf mehreren Internetseiten von Neonazis aus Mecklenburg- Vorpommern für eine Demonstration in Güstrow unter dem Motto „Sozial geht nur national! Nationaler Sozialismus statt Globalisierung!“ auf.
Warben anfangs neben dem „Sozialen und nationalen Bündnis Pommern“ nur Altermedia (nebst rechtschreibfehlerbehaftetem und mittlerweile gelöschtem Video) für die Demo, findet sich der Termin nun auch auf der Website der NPD Mecklenburg- Vorpommern.
Unter dem Deckmantel des Aufgreifens der „Sozialen Frage“ und vermeintlicher Globalisierungskritik wollen Neonazis aus dem Umfeld von NPD und sog. „Freien Nationalisten“ ihr menschenverachtendes Weltbild propagieren.
Pseudo- soziale Parolen gepaart mit völkischer Kapitalismuskritik sollen neben dem Versuch der NPD, Bürgernähe zu suggerieren, überspielen, was die Forderung nach „Nationalem Sozialismus“ in kaum verhohlener Anlehnung an den Nationalsozialismus letztendlich offenbart: ein von Rassismus, Antisemitismus und Unterdrückung von Minderheiten geprägtes Weltbild.
Beim Hören des Audioaufrufes der Neonazis wird schnell klar, dass es sich bei deren geplanter Demonstration vor allem um eine Reaktion auf vergangene antifaschistische Aktivitäten in Güstrow handelt. Es ist daher wichtig, auch weiterhin den Nazis vermeintlich sichere Rückzugsräume wie ländliche Regionen streitig zu machen.

Die Revolutionäre Antifa Rostock ruft dazu auf, sich an antifaschstistischen Gegenaktionen zu beteiligen.

Es gibt kein ruhiges Hinterland – fight fascism!

Endlich vorbei…

Endlich ist er vorbei der schwarz-rot-geile Freudentaumel. Schland hat wieder mal verloren und das ist auch gut so. Es waren 3 Wochen, die von einem gigantischen Fahnenmeer auf den Straszen begleitet wurden. Das alles ist schon von der WM vor 2 Jahren bekannt, doch war es diesmal anders. Gab es damals noch Diskussionen um das neu erwachte Nationalbewusstsein, so fehlten diese bei der EM völlig. Aus dem „Wir sind wieder wer“ ist eine Selbstverständlichkeit geworden. Es muss nicht mehr geprollt werden, denn es ist ganz normal geworden sich mit den Farben seiner Nation zu schmücken und fast alle waren dabei. Menschen, die sich sonst keinen Stück für Fuszball interessieren, pilgerten zu den Public-Viewing-Plätze und verunstalteten ihre Autos mit hässlichen Plastewimpeln, die auch noch zu einem wesentlich höheren Benzinverbrauch führen, und auch 82 % Einschaltquoten beim EM-Finale sprechen eine deutliche Sprache.

Ja, sie schmieren wieder

In der gestrigen Nacht kam es an verschiedenen Orten in der KTV zu „Farbanschlägen“ durch national gesinnte Jugendliche.
So wurde das SPD-Büro am Doberaner Platz mit Farbbomben attackiert. Dabei ging auch eine Scheibe zu Bruch. Das Büro beherbergt unter anderem auch die Zentrale von „Endstation Rechts“.
Weiterhin wurde die Fassade der Projekthäuser des Awiro e.V. mit Sprüchen wie „Antia Wixxer“ verunstaltet. Dass hiermit Antifa gemeint wurde, ist wohl offensichtlich. Ein Schriftzug weißt außerdem die Täter als Mitglieder der Nationalen Sozialisten Rostock (NSR) aus.
“Die Schmierereien sind nicht Streiche gelangweilter Jugendlicher, sondern gezielte Angriffe auf Projekte gegen Rechts in Rostock”, kommentiert Julia Ehrbert, Sprecherin des Awiro e.V., die Vorfälle. “Damit wollen Neonazis ein Klima der Angst schaffen und jene einschüchtern und bedrohen, die ihren wahnsinnigen Zielen im Weg stehen. Mit der gleichzeitigen Verbreitung von NPD-Aufklebern wird außerdem einmal mehr deutlich, wie eng die NPD in diese radikale und gewaltbereite Szene eingebunden ist.”

Weitere Artikel gibts auf Indy und der Seite des Awiro e.V.

Spi-Spa-Sponti

demo

Am 13.Juni 2008 versammelten sich im Laufe des Nachmittags etwa 150 Menschen auf dem Uniplatz um gegen den neueröffneten Naziladen in der Hansestadt zu demonstrieren.
Der ursprünglich vom Hamburger Neonazi Thorsten de Vries betriebene Laden „East Coast Corner“ war durch zahlreiche Proteste und Aktionen zu bundesweiter Bekanntheit gelangt. Nach nicht mal einem Jahr warf de Vries das Handtuch. Er habe nicht gewusst auf was er sich da einlasse, so sein Kommentar in einem einschlägigen Naziforum. Der NPD-Abgeordnete Bürger Lüssow, der bereits vorher in den Räumlichkeiten des Ladens ein Bürgerbüro eingerichtet hatte, übernahm daraufhin den Laden, der nun den plattdeutschen Namen „Dickkoep“ trägt.
Deshalb wurde es mal wieder Zeit ein Zeichen zu setzen, was mit der Demo sicherlich gelungen ist. Mit kreativen Sprüchen und Musik aus einem Kassettenrecorder setzte sich die Demonstration unter Polizeibegleitung in Bewegung durch die Innenstadt. Über die Doberaner Straße ging es dann zum Laden. Die Nazis fotografierten erst noch und ließen dann die Rollläden runter. Die DemonstrantInnen zogen dann weiter Richtung Matrosendenkmal und beendeten dort die Versammlung.

Alles in allem eine gelungene friedliche Aktion

Einen weiteren Bericht gibt es bei Indy

Die Straszen gehören uns

In der Nacht des 30.5. versammelten sich gegen 23 Uhr etwa 50 Jugendliche vor der Polizeiwache Blüchnerstraße um dort bei dem einen oder anderen Bierchen den Abend ausklingen zu lassen. Mit dieser friedlich motivierten Aktion sollte der Unwille über die Einschränkung von linken emanzipatorischen Freiräumen in Rostock zum Ausdruck gebracht werden.
Schon nach kurzer Zeit fuhren die Cops mit ein paar Wagen vor und schienen mit der Situation sichtlich überfordert zu sein. Da der Partymob nicht bereit war so ohne weiteres abzuziehen, sahen sie sich genötigt, auf Verstärkung zu warten. Diese traf später dann auch in Form von sage und schreibe 20 Wannen vor Ort ein. Um sich der Personalienkontrolle zu entziehen, zog der Mob ab, wurde jedoch von einigen übermotivierten Jungbullen verfolgt, die sich mit sichtlicher Freude austobten und äußerst brutal zu Werke gingen und so ein paar Leute kurzzeitig festsetzten.

Es stellt sich die Frage was die Cops mit solcher übertriebener Gewaltanwendung gegen friedlich auftretene Jugendliche erreichen wollen? Wahrscheinlich soll erreicht werden, dass mensch sich in Zukunft zweimal überlegt, ob solche Aktionen weiterhin Sinn machen. Eine Überlegung die sicherlich sinnvoll ist, denn wir können auch anders, wenn friedlicher Protest nur dazu führt, dass die Bullen ihre sture Gewaltschiene durchziehen, dann kann mensch auch zu anderen Mitteln greifen.

Wir werden kämpfen und lieben und hassen
Wir werden uns fragen und zählen uns nie zu den Massen
Wir werden merken und eure Normen nie verstehen
Und wenn es dann so weit ist, die Faust aus der Tasche ziehen

Mehr Infos zu den Vorfällen gibts auch bei Indy.



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